Ein Autohaus mit Geschichte, die Chronik einer Familie.
Über 175 Jahre KALSCHEUER
Als der Wandergeselle Johann Kalscheuer 1832 aus dem Rheinland nach Eupen kommt um das Schmiedehandwerk zu erlernen, kann er nicht ahnen, dass am Ende alles ganz anders verlaufen würde.
Als Schmied nach wenigen Jahren bereits eine etablierte und erfolgreiche Größe, stellte er 1844 den ersten Lehrjungen ein und widmete sich immer wieder seiner heimlichen Leidenschaft: dem Kutschenbau zu.
Damit legt er den Grundstein eines erfolgreichen Familienunternehmens, dessen wechselhafte Geschichte eng mit der des Automobils verbunden ist.
Sein Sohn Bernhard, 1843 geboren, erlernt ebenfalls noch das Schmiedehandwerk. Bernhards Sohn jedoch, nach seinem Großvater benannt, sollte das Glück haben, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
Johann, Sohn von Bernhard, erblickt 1874 das Licht der Welt. Ein gutes Jahrzehnt vor einer der Erfindungen, die das Gesicht unserer Welt für immer verändern sollte: das Automobil.
Doch wie bei allen erfolgreichen Geschichten ist Glück nur ein kleiner Teil des Erfolgs. Johann Kalscheuer hat das untrügliche Gespür, dass Carl Benz’ 1886 patentiertes „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ nicht nur eine außergewöhnliche Erfindung war, sondern auch, dass das Automobil den Takt der Zukunft vorgeben würde.
Im Jahre 1901 wurde der Kutschenbau immer noch betrieben. Dem Geheimrat Talbot aus Aachen wurde diese heute noch bestehende Kutsche übergeben und anno 1902 wurde der erste Benz an den Kunden ausgeliefert.
Den Lauf der Dinge abwartend, baut Johann Kalscheuer auch im neuen Jahrhundert zwar weiterhin handwerklich erstklassige Kutschen, doch bald schon teilen sich Kutsche und Auto nicht nur die Straße sondern auch die Werkstatthallen in der Eupener Gospertstraße. Neben Holz und Eisen wurde jetzt auch Benzin gelagert.
Die bestehenden Einrichtungen platzten bald aus allen Nähten, weshalb man vorausschauend in Werkstatt und Ausstellungsfläche investiert. Johann Kalscheuers Risikobereitschaft und geschäftlicher Ehrgeiz zahlt sich bald aus. 1926 ist sein Haus in der Gospertstraße 5 tatsächlich die erste offizielle Mercedes-Benz Verkaufsstelle in Belgien. Das Zeitalter der Motorfahrzeuge hatte bereits begonnen.
Nebenbei erledigt die Werkstatt Karosserie- und Sattlerarbeiten für die erste belgische Automarke IMPERIA, welche 1905 gegründet und in Nessonvaux ( bei Lüttich ) montiert wurde.
Im Jahre 1928 wurde die erste Zapfsäule aufgestellt.
Als deutsche Truppen während des Zweiten Weltkriegs auch in Eupen einmarschierten, wurde das Unternehmen Kalscheuer besetzt und das komplette Material beschlagnahmt. Ab sofort mussten die Wehrmachtsfahrzeuge unterhalten werden.
Nach Kriegsende wurde Johann Kalscheuer, wie auch viele andere Eupener Geschäftsleute, Zusammenarbeit mit dem Feind und Landesverrat vorgeworfen, so dass er von nun an tagsüber amerikanische Fahrzeuge warten musste und nach Feierabend wieder in polizeiliche Verwahrung genommen wurde.
In den Nachkriegsjahren streckt Johann Kalscheuer seine Fühler auch nach anderen Marken aus und vertritt und verkauft Opel, Vanguard, DKW, Plymouth, Chrysler und LKW der Marke Fargo. Erst 1951 hält die Marke mit dem Stern wieder Einzug in die Gospertstraße.
Gleichzeitig zieht sich Johann Kalscheuer aus dem aktiven Geschäft zurück und übergibt das Ruder seinen beiden Söhnen Emil und Franz.
1956 stirbt Johann Kalscheuer.
Emil und Franz entscheiden sich in Zukunft allein auf die Wagen mit dem Stern zu setzen und bauen das Geschäft zielstrebig immer weiter aus. Ein LKW Betrieb wurde an der Vervierserstrasse angesiedelt.
Als Emil Kalscheuer 1975 stirbt, übernimmt sein Sohn Gerd den Platz seines Vaters in der Geschäftsleitung und nimmt sich der nächsten großen Herausforderung an: die Räumlichkeiten in der Gospertstraße sind mittlerweile zu klein um die stetig wachsende Kundschaft bedienen zu können.
Deshalb erwirbt die Firma Kalscheuer 1977 ein Grundstück in der damals noch nahezu unbesiedelten Eupener Industriezone und errichtet darauf ihr neues 5000 m² großes Firmengebäude.
Im Jahre 1984 stirbt Franz Kalscheuer. Ehrgeizig strebt Gerd den unternehmerischen Erfolg an: 1983 übernimmt er die Mercedes – Benz PKW – Niederlassung von Verviers, wenig später die in Insolvenz geratene LKW Vertretung von Verviers und 1986 die PKW- und LKW Betriebe der Lütticher Niederlassungen. Zu diesem Zeitpunkt zählt die Belegschaft bereits 90 Personen.
1988 trennt man sich zwar wieder von der Lütticher PKW-Niederlassung, entwickelt das LKW-Geschäft aber so erfolgreich, dass es mittlerweile der größte der drei Betriebe geworden ist.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends werden die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft der Firma Kalscheuer gestellt. Gerd Kalscheuers Söhne Michael und Andreas übernehmen 2001 die Geschäftsführung.
Neue zuversichtliche Projekte werden angestrebt. Moderne Informatiksysteme, neuer Empfangsbereich, zusätzlicher Ausstellungsraum und eine Auslieferungshalle in Eupen, das Eupener Gebrauchtwagenzentrum,
ein neuer Ausstellungsraum für Nutzfahrzeuge in Lüttich. Dies alles ist der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft der Firma Kalscheuer.
Doch genau so wichtig wie diese Projekte sind die Investitionen in die Mitarbeiter. Kundenzufriedenheit und Service stehen im Mittelpunkt allen Handels und werden durch das ganze Team jeden Tag getragen und gelebt.
Mit Erfolg. 2008 kann man nicht nur zum zweiten Mal hintereinander den 1. Platz bei der nationalen Kundendienstbewertung erreichen, sondern diesen auch zum ersten Mal für das SMART- Center Eupen.
Inzwischen sind mehr als 130 Personen beschäftigt.
KALSCHEUER. Der Name steht für Service, Qualität, Fortschritt und Ehrlichkeit.
Damals wie heute mit unserem Personal und unseren Kunden gemeinsam in die Zukunft. Das ist unser Ziel.
Wir möchte uns bei unseren Kunden für das Vertrauen in unseren Unternehmen herzlich bedanken.